Fall Aeryn Gillern: Die Polizei rollt die Causa neu auf

Vor sechs Jahren verschwand ein US-Amerikaner nach einem Saunabesuch spurlos. Nun beginnen endlich Mordermittlungen

Politik | BERICHT: JOSEPH GEPP | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

Es gibt Geschichten, die einfach keinen Sinn ergeben. Die Widersprüche bleiben groß, wie man sie auch dreht und wendet. So wie die Geschichte von Aeryn Gillern, US-Amerikaner, in Wien lebend, Uno-Mitarbeiter, homosexuell.

Als Gillern am Abend des 29. Oktober 2007 spurlos verschwand, war er 34 Jahre alt.

An diesem Tag vor über sechs Jahren rannte der Mann nackt aus dem Kaiserbründl, einer diskreten Schwulensauna im ersten Bezirk. Seither ist er weg. Er habe durch einen Sprung in den Donaukanal Selbstmord begangen, meinte die Polizei nach dem Vorfall. Doch die Ungereimtheiten und Zweifel sind bis heute immens.

Der Fall Gillern ist einer der rätselhaftesten in Österreich in den vergangenen Jahren - doch die Polizei hat sich bisher nie besonders für ihn interessiert. Seit Jahren machen Kritiker wie die Grünen oder Gillerns Mutter Kathy den Ermittlern Schlamperei, Desinteresse und Homophobie zum Vorwurf. Im Jahr 2008 deckte der Falter zahlreiche schwere Mängel bei den Ermittlungen auf.


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