Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Gefahr für Spielsüchtige bleibt

Steiermark | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

Jetzt ist es also fix: das neue Glücksspielgesetz. SPÖ, ÖVP und FPÖ haben sich im Ausschuss darauf geeinigt, Grüne und KPÖ lehnen es scharf ab. Auch wenn die "Reformpartner" das Gegenteil verklickern wollen: Es ist kein Grund zum Feiern.

Im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern bleibt das Kleine Glücksspiel; SPÖ und ÖVP rühmen sich dennoch eines besonders strengen Spielerschutzes. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Zwar sinkt die Zahl der Automaten, und es darf künftig nur noch in eigenen Salons mit Zutrittsbeschränkungen gespielt werden. Das ist ein großer Fortschritt, die Verlockung in Beisln und Tankstellen war einfach zu groß. Künftig muss man sich bewusst fürs Spielen entscheiden. Exzesse unterbinden helfen soll auch das Rauch- und Alkoholverbot.

Konterkariert wird das allerdings durch die unglaublichen Beträge, die bald in kürzester Zeit ganz legal verspielt werden dürfen. Hier nutzt die Steiermark das Maximum des Erlaubten aus: Pro Sekunde darf der Automat zehn Euro schlucken, in einer Stunde 36.000 Euro. Als Höchstgewinn winken pro Sekunde 10.000 Euro - gemeingefährlich für pathologische Spieler. Suchtexperten wünschten sich, die Spiele und Abkühlphasen sollten länger dauern, die Einsätze bescheidener ausfallen. Wie in Oberösterreich.

Dann bekäme man viel weniger Geld vom Bund erstattet, hieß es - und dieses brauche man ja auch für die Prävention. Und jetzt? Findet sich keinerlei Zweckbindung der Einnahmen für Prävention oder Behandlung. Man will also so viel wie möglich mit den Automaten verdienen und das Geld verwenden, wofür man will. Alles klar, aber dann möge man uns bitte auch nichts anderes erzählen.


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