Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

Schmierige Schlagersänger, sadistische SUV-Fahrer und pädophile Kurgäste: Die Serie "Bösterreich" (ORF 1) deklinierte alle nur vorstellbaren austriakischen Grauslichkeiten durch. Nach dem Ende der ersten Staffel muss man dennoch sagen, dass die Satire nur mäßig unterhaltsam war.

Warum? Schwarzer Humor funktioniert über die Verletzung von Schamgrenzen. Man lacht über Perversionen und Unfälle aus Verlegenheit, auch zum Selbstschutz. Die von Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader gespielten Figuren brachen zwar alle möglichen Tabus, aber ohne zu verunsichern. Das lag am Erzählprinzip der Serie, das die Episoden zufällig aneinanderreihte. Ein Sänger war in der nächsten Szene ein Kurgast, dann ein SUV-Fahrer. So konnte keine identifikatorische Hassliebe entstehen. Vielleicht verließ sich die Regie auch zu sehr auf das Witzpotenzial schiefer, zu großer, fehlender und fauler Zähne. Aber das hat schon Roland Düringer in "MA 2412" ausgeschöpft.


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