Menschen

Superdupergut

Falters Zoo | NATHALIE GROSSSCHÄDL LISA KISS CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

War Bernhard Willhelm überhaupt da? Der internationale Modemacher mit schwäbischen Wurzeln leitete fünf Jahre lang die Modeklasse der Angewandten; vergangene Woche fand im Event-Schlachthof von "Neu Marx" seine letzte "Show Angewandte" statt, traditionell die größte Modeschau, die Wien mangels Masse zu bieten hat. Kreuz und quer spazierten die Modelle, angeführt von etwas betagteren Herrschaften, die Schutzschilde gegen "Bad Vibes" vor sich her trugen. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, die Vibes waren doch eh superdupergut. Wie jedes Jahr kündigte Angewandte-Direx Gerald Bast vor der Schau wieder Stipendien und Preise an. Abräumerin von St. Marx war Agnes Varnai (Swarovski Award, Rondo-Vöslauer-Modepreis); Indie-Chefin Kira Stachovich verlieh Simon Grundtner den Indie-Preis, das Fred-Adlmüller-Stipendium erhielt Lila John. Und wegen der schönen Tradition vergibt auch der Falter -nach der Show -den "Zoo-Award" für die witzigste Kollektion. Was bei Bernhard-Willhelm-Studentinnen echt nicht so einfach ist. Der Gewinner heißt, tadah!, Yuhei Mukai, die Kollektion trägt einen undruckbaren Titel aus lauter Herzchen, und die Sachen sind ein großer Spaß.

Nun hat auch Wien seinen Jimmy-Choo-Luxusschuhladen. Natürlich im Goldenen Quartier, wo sonst?! Vergangene Woche wurde mit leckeren, aber winzigen Häppchen und Champagner eröffnet. Eine Einladung ergatterten außer dem Zoo-Berichterstatter nur schicke Modemenschen und ein paar Promis. Nö, Sarah Jessica Parker war nicht dabei. War sie es doch, die die damals noch unbekannte Marke als Carry Bradshaw in "Sex and the City" berühmt gemacht hat. Aber egal! Caroline Sieber, Stylistin und Chanel-"Markenbotschafterin" - die Ärmste muss immer Chanel-Klamotten tragen! -, verlieh dem Society-Anlass eine Portion Jetset-Glam. Außerdem mit dabei die ebenfalls glamourhaften Schauspielerinnen Nina Proll und Mavie Hörbiger sowie Olga Esina und Kirill Kourlaev vom Staatsopernballett.

Bernd Püribauer, der Kollege, der seit Jahrhunderten die Tier-Kolumne eine Etage tiefer adäquat bebildert, ist ja auch so ein Hansdampf. Eben hat "Püri" im MQ den gelben Werbekasten zum "Fukushima Aquarium" umdekoriert (tägliche Fütterung nach Sonnenuntergang). Wie im restlichen Teil der Stadt ist nämlich der Sommer auch im MQ ausgebrochen. Und wenn es so weit ist, gibt's Gratiskonzert und gute Schwingungen. Dafür durfte heuer Andreas Spechtl mit Ja, Panik sorgen, und der Haupthof war knallvoll, die Leute entspannt und der schönen wie hochkomplexen Diskurspopmusik auch zugetan. Neu im Panik-Orchester ist übrigens Laura Landergott , Keyboarderin, Gitarristin und kürzlich mitsamt ihrer ohnehin sehr berlinesken Frisur von Wien nach Berlin übersiedelt. Interessant: Auch die Generation 50 plus interessierte sich nach dem Gig für Merchandising-Artikel.

Prince hat seltsam jung ausgesehen und in der Stadthalle kamen Vermutungen über chirurgische Eingriffe auf. "I try to get younger, not older, you know", meinte der Jubilar und ließ ein paar lila Luftballons fliegen. Ein purpurner Regenschauer musste, passend zum Song, natürlich auch sein - optisch sehr eindrucksvoll. Genial, wenn er Funkiges spielte, laut und hart, wenn er sich dem puren Rock hingab. Virtuos auf der Gitarre im Jimi-Hendrix-Style. Eine endlos scheinende Zeitreise in die funky 80er.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, wird übrigens Miley Cyrus bereits in der Stadthalle gespielt haben. Wie großartig das gewesen sein wird, erfahren Sie nächste Woche.


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