Kommentar Zinssenkung

Europas Staaten wären gefordert - doch es handelt allein die EZB

STEFAN EDERER | Falter & Meinung | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

Nach monatelangem Zögern nimmt die Europäische Zentralbank die Deflationsgefahr nun endlich ernst und öffnet ihre Werkzeugkiste.

Dieser Schritt kommt spät: Die Arbeitslosigkeit ist in der Krise dramatisch gestiegen. Die Konjunktur erholt sich -wenn überhaupt - nur zögerlich. Außerdem sinkt die Inflation schon seit zwei Jahren. Es war allerhöchste Zeit zu handeln -und die Reaktion der Zentralbank fällt für ihre Verhältnisse deutlich aus.

Der Hauptrefinanzierungszins wurde weiter gesenkt. Banken können sich das Geld nun beinahe umsonst bei der EZB leihen. Auch der Einlagenzins wurde verringert.

Erstmals seit Bestehen der Währungsunion müssen Banken Strafgeld zahlen, wenn sie Geld bei der Zentralbank horten.

Die Wirkung der Zinssenkungen auf die Konjunktur dürfte sich jedoch in Grenzen halten. Ob die Kreditzinsen einen Zehntelprozentpunkt niedriger sind, hat für Unternehmen wenig Bedeutung -denn ihr Geschäftsumfeld ist von Unsicherheit und schwacher Nachfrage geprägt.

Wichtiger

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