Kunst Vernissagen

In den Prunkräumen: Zeitgenossen über alles

Lexikon | NS | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

Frisch aufgelegtes Blattgold allein ist nicht genug: In den jüngst renovierten Prunkräumen des Winterpalais von Prinz Eugen eröffnet diesen Samstag eine Ausstellung moderner Kunst. Barockes Ambiente trifft auf Minimal Art, wenn Werke der Sammlung Anne und Wolfgang Titze in der innerstädtischen Belvedere-Dependance präsentiert werden. Seit fast 20 Jahren trägt das Sammlerpaar Kunst zusammen, die sich oft diametral gegenübersteht.

So interessiert sich Wolfgang Titze für den US-Minimalismus eines Carl Andre oder Donald Judd, während Anne Titze ihr Augenmerk auf Positionen legt, die Gesellschaft kommentieren oder prozessorientiert arbeiten. Der Breite der Kollektion wird mit dem zweiten Ausstellungsort 21er Haus Rechnung getragen, wo auch Arbeiten von in den 1970er-Jahren geborenen Zeitgenossen wie Sterling Ruby oder Nathan Hylden zu sehen sind.

Damit aber nicht genug, wird in der Orangerie, den Prunkräumen und dem Kammergarten des Unteren Belvedere ab 18. Juni die thematische Schau "Die andere Seite - Spiegel und Spiegelungen in der zeitgenössischen Kunst" geboten. Mit den Fotografien, Videoarbeiten und Skulpturen aus der Gegenwartskunst ruft die Ausstellung auch den Spiegel in der Malereigeschichte auf, der vom Vanitas-Motiv bis hin zum Bild für die Seele fungierte. Der Arte-Povera-Künstler Michelangelo Pistoletto hat den Spiegel zum wichtigsten Material seiner Skulpturen erkoren und sieht darin eine Möglichkeit, die Welt in die Kunst hineinzuholen. In der Medienkunst der Schau loopt Douglas Gordon die berühmte Spiegelszene aus dem Film "Taxi Driver", während Cindy Shermans "Untitled Film Stills" die Scheinwelten von Hollywood reinszenieren.

Winterpalais und 21er Haus, Sa 11.00 und 12.30; bis 5.10.; Unteres Belvedere, Di 19.00; bis 12.10.


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