Wenn diese WM meine wäre

Zwei Mädchen aus Brasilien erzählen, wie sie die WM-Vorbereitungen erleben

Stadtleben | BERICHT: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

Drei Uhr morgens. Über der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro hängt noch die drückende Schwüle der Nacht. In einer Favela im Stadtteil Duque de Caxias am südlichen Rand der 6-Millionen-Metropole macht sich Kelly Regina Cruz Araujo, zwölf, mit ihrer Mutter bereit für den kommenden Tag. Die fünf älteren Geschwister, mit denen sie sich den einzigen Raum der Hütte teilen, schlafen noch.

Kellys Mutter arbeitet als Altenpflegerin im Zentrum. Der Weg ist weit: erst ein langer, gefährlicher Fußmarsch durch die dunkle Favela, dann ewiges Warten auf den Bus, der nur unregelmäßig kommt und dann so überfüllt ist, dass man zwischen all den zusammengepressten, schwitzenden Körpern kaum atmen kann. Vier Mal müssen die beiden umsteigen, ehe sie das Zentrum Rios erreichen.

Früher sei das anders gewesen, sagt Kelly. "Früher", das bezeichnet die Zeit vor den Vorbereitungen zur Fußball-WM. Das Großereignis teilt Brasilien in ein Früher und ein Heute. War das Leben für den Großteil


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