"Mein Geld verdiene ich in der Medizin"

Der Wiener Filmemacher und Psychiater Houchang Allahyari über seinen neuen Film "Der letzte Tanz" und ein Leben zwischen Praxis und Schneidetisch

Feuilleton | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Dass er Filme machen wollte, wusste er schon als Kind. Was ein Psychiater ist, lernte er erst viel später. Seit über 30 Jahren ist Houchang Allahyari beides: Psychiater von Beruf, Filmemacher aus Berufung. Dabei handelt es sich für ihn keineswegs um zwei verschiedene Jobs, sondern um eine Einheit: Da wie dort hat man es mit Menschen zu tun, mit Gefühlen und dem Problem, wie man mit diesen umgeht bzw. sie in Bild, Ton und Musik wiedergeben kann. Manchmal, weiß Allahyari, habe die Filmarbeit schon auch etwas von einer Gruppentherapie: „Sicher ist es gut, wenn man seine Krankheit in Kreativität umsetzt.“

Der letzte Donnerstag im Mai, Christi Himmelfahrt. Houchang Allahyari empfängt uns in seiner neu bezogenen Zweizimmerwohnung in der Inneren Stadt. Draußen schüttet es wie aus Schaffeln. Durch die breite Fensterfront schaut von der Hausfassade schräg gegenüber ein monumentaler metallener Erzengel herein. Er arbeite gern am Feiertag, sagt Allahyari, als er vom Fotoshooting zurückkommt. Den Falter-Fotografen Heribert Corn kennt er schon ewig.

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