"Wenn ich im ,Bluthaus' sitz, schleck ich mir alle Finger ab"

Der Schriftsteller Händl Klaus ist der langsamste Librettist der Welt und gerade der richtige für den Komponisten Georg Friedrich Haas


BEGEGNUNG: KLAUS NÜCHTERN
Feuilleton | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

Der Händl Klaus muss als Kind einmal in einen großen Topf gefallen sein, in dem das Hormon für Begeisterungsfähigkeit lagert. Unterhält man sich mit dem immer noch ausgesprochen bubenhaft wirkenden, mittlerweile aber auch schon 44 Lenze zählenden Tiroler, gerät dieser schnell ins Schwärmen. Eine Freundin habe ihn deswegen sogar einmal zur Rechenschaft gezogen: "Die meinte: ,Man verehrt doch nicht andere Menschen.' Ich tu das dann aber eben doch. Ich krieg auch weiche Knie, wenn ich so jemandem gegenübersitze. Sobald es ans Arbeiten geht, legt es sich eh wieder rasch. Aber wenn ich in ,Bluthaus' sitz, dann schleck ich mir schon alle zehn Finger ab, dass ich da dabei sein darf."

Es hat also selbstverständlich damit begonnen, dass Händl die Musik von Georg Friedrich Haas "verehrt". Dessen 1996 uraufgeführte Oper "Nacht" hatte ihn sofort angefixt und mit dreiwöchiger Verzögerung die Idee zum Libretto von "Bluthaus" ausgelöst, das Händl 13 Jahre später dann tatsächlich in Angriff

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