Die schönste Bühne der Stadt

Die Jazzwerkstatt Wien beging ihren zehnten Geburtstag mit einem wahrhaft urbanen Konzertreigen und lud auf die Strudlhofstiege

Feuilleton | REPORTAGE: KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

Der Genius Loci hatte ein Einsehen gehabt und diesmal bereits zu Pfingsten Hochsommer über dem Alsergrund verhängt. Und so tat die Sonne am vergangenen Montag über der Strudlhofstiege dasselbe, was sie auch 910 Seiten lang im gleichnamigen Roman Heimito von Doderers tut: Sie schien. Damit bescherte sie dem Konzertreigen, den die Jazzwerkstatt Wien anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens dort veranstaltete, zwar einige Konkurrenz durch Gastgärten, Freibäder und Überlandpartien, verhinderte aber auch, dass die Geburtstagssause ins Wuk verlegt werden musste; was - jetzt nix gegen das Wuk! - schon schade gewesen wäre, denn als Bühne ist die 1910 errichtete Jugendstil-Treppenanlage mit ihrem symmetrisch beginnenden und dann rampenartig weiterführenden Verlauf schon ziemlich großartig.

Als der Falter-Reporter knapp nach 16 Uhr einlangte, hatte er den - kompetenten Ohrenzeugen zufolge sehr leiwanden - Auftritt von Woody Black 4 verpasst. Das (Bass-)Klarinettenquartett hatte den Reigen


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