Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 24/14 vom 11.06.2014

Pop

Jack White: Lazaretto

Der als eine Hälfte der White Stripes mit schwer an Led Zeppelin orientiertem Bluesrock ohne Umwege in den Rockolymp aufgestiegene Jack White liegt dort nicht auf der faulen Haut. Auf seinem zweiten Soloalbum wartet der seit einiger Zeit in Nashville beheimatete Enddreißiger mit druckvollem, sehr üppigem, aber auch verdammt funkigem Stoff auf. Ein bisschen Country ist ebenfalls mit dabei. Vor allem der Spielwitz von Whites Band ist bestechend. Schlägt das neue Black-Keys-Album um Längen. (Third Man) SF

Pop

EWHO: Die Mensch-Maschine

Das Erste Wiener Heimorgelorchester feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Das schönste Geburtstagsgeschenk macht sich das Quartett selbst: Es stellt Kraftwerks Elektropop-Meisterwerk von 1978 mehr oder weniger originalgetreu nach. Natürlich wie gehabt mit minimalistischem Lo-Fi-Equipment. Das Ergebnis hat Charme und Schmäh und funktioniert auch musikalisch ganz ausgezeichnet. Vermutlich, weil sich die Heimorgler zwar verneigen, aber nicht vor Kraftwerk auf die Knie werfen. (Monkey) GS

Jazz

Henry Butler / Steven Bernstein: Viper 's Drag

Von der Hals-über-Kopf-Improvisation über augenzwinkernd nostalgische Blues-, Stride-und Ragtime-Klänge, die eine zusehends flotte Sohle auf den Tanzboden nageln und sich in kollektiven Irrsinn verwandeln - die Bewegungen dieser Viper sind unberechenbar. Trompeter Steven Bernstein und New-Orleans-Piano-Pranke Henry Butler und die sehr zu Recht so genannte "Hot 9" füllen hier alten Wein in neue Schläuche, dass es nur so brodelt. Wer hierzu nicht seinen Hintern schwingt, soll ihn gefälligst zurückgeben! (Impuls) KN


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