Seinesgleichen geschieht  

Das gestohlene Bild der Aufklärung Frank Schirrmacher, 1959-2014

Der Kommentar des Herausgebers

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

M t 54 stirbt man nicht. Der Satz könnte von Frank Schirrmacher sein. Der schrieb, als der Dichter Joseph Brodsky mit 56 starb, er protestiere gegen diesen Tod. Natürlich hat man diesen skandalösen Satz ausgegraben, jetzt, da Schirrmacher selber gestorben ist. Mit einem Tod im Alter von 54 ist nicht zu rechnen. Bei Frank Schirrmacher, dem Feuilletonchef und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hat auch niemand damit gerechnet.

Konsternierte Nachrufe kamen von links bis rechts. Kein Wunder, denn Schirrmacher war einer, der mit vielen Geistern in Berührung stand, einer, der diese Berührung suchte, weil er sie als seinen Beruf empfand. Und doch ein Wunder, denn der Mann polarisierte, war bei vielen unbeliebt, ja verhasst. Jedenfalls ließ er keinen kalt. Zahl, Umfang und Intensität der Nachrufe sind ungewöhnlich groß. Man kann darüber nachdenken, warum das so ist.

Wäre Schirrmacher, von Haus aus konservativ, nur ein betriebsamer Feuilletonchef gewesen - wenn auch von


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