Engpässe bei Ö1: Auszüge aus dem Schreiben der Redakteurssprecher

Medien | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

Im Mail an Hörfunkdirektor Karl Amon wird zum Beispiel hingewiesen:

"Im Ressort Innenpolitik fehlt ein Redakteur, und mangels Nachbesetzung demnächst möglicherweise zwei. Die Innenpolitik hätte dann nur mehr 7 Redakteure plus Ressortleiter und damit seit 2008 ein Drittel der Belegschaft abgebaut. Es bleibt immer weniger Zeit zum Recherchieren, immer weniger Zeit zum Vorbereiten auf Interviews. Wie sollen wir Nationalratssitzungen, Untersuchungs-Ausschüsse, Klausuren besetzen, wie die Zeit für Reportagen und Hintergrundberichte finden?“

"In der Außenpolitik bedeutet die Kürzung der Dienstreisen, dass weniger von Orten des Geschehens berichtet werden kann und auf Agenturmaterial zurückgegriffen werden muss. Die Tatsache, dass das Budget für Honorare ebenfalls geringer sein wird, heißt, dass es auch weniger Berichte von freien Korrespondenten geben wird“

"Beim Sport wurde das Dienstreise-Budget um ein Drittel gekürzt, ohne Sonderbudget für die Fußball-WM. Das heißt, nach der WM können keine Dienstreisen mehr gemacht werden. Keine Champions League, keine Formel-1-Grand-Prix, keine Skirennen oder Skispringen, obwohl der ORF die Rechte gekauft hat. Eigentlich muss der Sport den Betrieb ab September einstellen“

"Ohne ausreichend Personal sieht sich die Radio-Information außer Stande, das Angebot in gewohnter Qualität und Quantität aufrechtzuerhalten. Eine Einschränkung der Qualität der Information bedeutet das Untergraben der Fundamente des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. (...) Es sind entweder die Abgänge zu ersetzen oder der Programmumfang zu reduzieren. Letzteres würde eine Änderung des Programmschemas bedingen. Diese Grundsatzentscheidung zu fällen, ist Aufgabe des Hörfunkdirektors. Die dritte Variante, nämlich eine Reduktion der Qualität, kommt für uns nicht infrage“


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