Buch der Stunde

Väter und Söhne, Vinylnostalgie & Funk-Gestöhne


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

Der US-amerikanische Autor Michael Chabon (Jg. 1963), zu dessen bekanntesten Werken "Die Vereinigung jiddischer Polizisten“ und "Wonderboys“ zählen (verfilmt mit Michael Douglas im pinkfarbenen Frotteebademantel in der Hauptrolle), ist ein Tausendsassa und unternimmt nicht allzu große Anstrengungen, dies zu verbergen. In seinem jüngsten Roman gibt es ein eigenes Kapitel von wenigen absatz- und punktlos durchgeschriebenen Seiten, die aus der Sicht eines Papageis erzählt sind. Das kann er also auch. Wenn man den manierierten Maximalismus des Autors erträgt, bei dem Sneakers, Trainingsanzüge und andere Accessoires nie gelb, orange oder bunt, sondern prinzipiell "tukanschnabelfarben“ sind, kann man mit "Telegraph Avenue“ aber durchaus auf seine Kosten kommen. Der Roman ist eine grelle, mit allerlei popkulturellen Referenzen auf die jüngere Film-, Musik- und Modegeschichte prall gefüllte Wundertüte.

Epizentrum der Handlung ist der Laden Brokeland Records, in dem die Freunde Nat

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