Freisprechanlage ist an, der Mann fährt, fährt, fährt auf der Autobahn

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

In einem kurzen Moment fällt dieser Mann die bisher wichtigste Entscheidung in seinem Leben: Ivan Locke steht mit seinem Wagen spätabends vor einer Kreuzung; zu Hause warten seine Ehefrau und seine beiden Söhne auf ihn, im Fernsehen läuft das Spiel seines Lieblingsvereins. Doch im nächsten Augenblick ändert der Fahrer die Richtung und fährt nach London, um den größten Fehler seines Lebens wiedergutzumachen.

"No Turning Back“, wie der im Original schlicht "Locke“ betitelte Film im deutschen Verleih heißt, spielt die nächsten eineinhalb Stunden ausschließlich im Inneren von Lockes Wagen, zeigt meistens das bärtige Gesicht des Fahrers, hin und wieder auch die draußen vorbeiziehenden und wieder verschwimmenden Lichter der Autobahn. Wiederholt sieht man das aufleuchtende Display von Lockes Mobiltelefon, denn mittels Freisprechanlage kommuniziert er praktisch unentwegt mit der Außenwelt: Als Bauingenieur muss er am nächsten Morgen eine logistische Meisterleistung vollbringen


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