"Wir wollen eine Stadt für alle!“

Stadtleben | Protokoll: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014


Foto: Ismail Gökmen/PID

Foto: Ismail Gökmen/PID

Des is imma no a Gehsteig!“ Die ältere, mit schweren Einkaufstaschen beladene Frau, bahnte sich auf wienerische Art ihren Weg durch die Menschen, die vergangenen Donnerstag vor dem Amtshaus in der Hermanngasse standen und sich angeregt unterhielten. Unter jenen, die den Gehsteig zum Stehen benutzten, war auch Jan Gehl, 77. Der dänische Architekt zählt zu den renommiertesten Stadtplanern der Welt. Er hat den New Yorker Times Square verkehrsberuhigt und Kopenhagen dabei geholfen, zur Fahrradhauptstadt zu werden. 1987 erschien sein Buch „Leben zwischen Häusern“, seine neueste Publikation trägt den Titel „How to Study Public Life“. Metropolen wie London oder Moskau fragen Gehl um Rat, wenn sie kurz vor dem Verkehrskollaps sind. Mit seinen Verkehrskonzepten macht er Städte lebenswerter, bringt die Menschen zurück in den öffentlichen Raum.

Die schimpfende Passantin vorm Amtshaus in Neubau wusste nicht, dass sie da gerade eine Koryphäe des Radelns und Zufußgehens mit harschen Worten aus dem Weg gestampert hat, was die Szene umso kurioser macht. Und Gehl hat sogar Verständnis für ihre harsche Reaktion.


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