Kein Sommer ohne Lilien

Stadtleben | Beetbericht: Julia Kospach | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

Wie man sich von Juni bis September von seinen Topflilien anduften lassen kann

Die chinesische Küche serviert ihre Zwiebeln als feines Gemüse, und wer schon einmal in so eine gedünstete, in eingedickter Sojasauce schwimmende Lilienzwiebel hineingebissen hat, weiß, dass es sich dabei um etwas sehr Feines handelt. Als Gärtner ist man natürlich eher der Ansicht, dass Lilienzwiebeln zu schade sind, um gegessen zu werden.

Auf über eineinhalb Meter Höhe schießt die Königslilie im Frühjahr in kaum zwei, drei Monaten auf, um dann im Juni und Juli ihre weißen, mit leichtem Rosa behauchten Trompetenblüten zu öffnen. Sie sind ungefähr so groß wie eine ausgestreckte Hand, schwanken entlang ihrer Längsachse anmutig im Wind und beginnen gegen Abend so betörend und klebrig süß zu duften, dass einem im Kopf ganz wunderlich wird davon. Legt man sich in heißen Sommernächten zum Schlafen hinaus auf die Terrasse oder den Balkon, wenn die Königslilien in voller Blüte stehen, fühlt man


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