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Holland: Am Ende des Tages leuchtet die Sonne blutorange

Opportunismus pur

Stadtleben | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

Spätestens seit "Stirb Langsam 5“ wissen wir: Am Ende gewinnt der Härtere. Also die Niederlande. Über Jahrzehnte haben sich die Oranjes den Ruf als taktisch versierte, technisch starke Mannschaft erworben - und damit auch viele Sympathien. Seit Jahren aber brillieren die Niederländer viel mehr im Foulspiel als durch ihren typischen Spielwitz.

Wenn man für diesen Stilwechsel ein Datum finden will, dann den 25. Juni 2006, beim WM-Achtelfinale gegen Portugal. Damals rammte der Holländer Boulahrouz Portugals Fußballwunder Cristiano Ronaldo mit vollem Karacho die Stoppeln in die Hodengegend. Er eröffnete damit einen Exzess der Gewalt. Bilanz des Spiels, das als "Schlacht von Nürnberg“ in die Fußballgeschichte einging: 16 gelbe und vier rote Karten. So viele wie in keinem anderen WM-Spiel.

Vier Jahre später kämpften sich die Niederlande bis ins WM-Finale vor, der Feind hieß Spanien. In Minute 28 machte de Jong den fliegenden Holländer und verpasste dem Spanier Xavi Alonso einen Kung-Fu-Tritt in den Brustkorb. Bilanz des Endspiels: zwölf gelbe Karten, eine gelb-rote. So viele, wie in keinem anderen WM-Finale. Am Ende stemmten trotzdem die humpelnden Spanier die Trophäe.

Vergangene Woche gab’s die orange Revanche gegen Spanien. Nach einer Viertelstunde begannen die Niederländer einen Reigen der versteckten Fouls. Sie schlugen die Spanier 5:1.Weitere Schläge werden folgen.


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