Prost!  

Geniale Biere aus Schottland um ungewohnt viel Geld

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Punk IPA

Stadtleben | Ms | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

Im nördlich vom schottischen Aberdeen gelegenen Ellon wird Bier gebraut, und was für eines! Punk IPA heißt zum Beispiel eines der Biere aus dem breiten Sortiment: ein fruchtiges Bier (Stichwort: Passionsfrucht), das gleichzeitig einen mehr als herben Abschluss hat. Wen es irritiert, Bier in önologischen Phrasen zu beschreiben, der soll hier eines Besseren belehrt werden. Dieser Stoff schafft es nämlich, zwei weit auseinanderliegende Geschmäcker so zu verbinden, dass ein charakterstarkes und vor allem nicht aus dem Ruder laufendes Wesen entsteht.

Die dafür verantwortlichen Jungs von Brewdog hatten, so will es die Firmenlegende, die Nase voll von industriell gefertigtem Bier. Mit ordentlich hohen Krediten auf dem Buckel haben sie sich 2007 daran gemacht, eine eigene Brauerei aufzubauen. Der auf den ersten Blick zu spaßige Text ("Post modern classic pale ale“) auf dem proper gestalteten Etikett hätte abschrecken können, tat es aber zum Glück nicht. Was nämlich wirklich abschreckt, ist der ungewohnt hohe Preis, der für diese Bierspezialität gezahlt werden muss: circa fünf Euro für ein 0,33-Liter-Format im Lokal.

Brewdog machen auch Dinge, die kaum zu trinken und vermutlich dafür gedacht sind, eine geschäftstaugliche Aura um die heiligen Bierhallen zu legen. Mit "The End of History“ (55 % Alkohol), das in einem ausgestopften Grauhörnchen serviert wurde, hat man sich nach "Sink the Bismarck“ (41 %) doch weit hinausgelehnt. Die Rezeptur von Tokyo (18,2 %) hört sich aber spannend an.


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