Tanz, Shiva, tanz!

Stadtleben | Lokalkritik: Nina Kaltenbrunner | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Superheroes schwören darauf, Gottheiten wie Shiva schwingen das Tanzbein vor lauter Überschwang nach ihrer Einnahme: Die Rede ist von „Superfoods“, den nährstoffreichsten Lebensmitteln unseres Planeten. Sie sind vollwertige Nahrung, entgiften, balancieren alle Körpersysteme, wirken stimmungserhellend sowie libidoanregend und geben Unmengen Energie. Klingt nicht schlecht, oder?

Das dachte sich auch Dancing-Shiva-Betreiberin Riki Hinteregger nach der Lektüre von David Wolfes „Superfoods“, machte ihre eigenen positiven Erfahrungen damit und beschloss, in ihrem Indie-Kleiderladen ein Restaurant zu eröffnen und mit Superfood-Speisen und Getränken den Gästen den Tag zu versüßen und sie auf das nächste Level zu hieven – „High vibrational foods for lovely, shiny, happy people“.

Seit Ende April ist Dancing Shiva Superfoods eröffnet. Vegan und rawköstlich wird „gekocht“ (besser: auf max. 42 °C erwärmt) und alle Speisen mit reichlich Superfoods angereichert. Die Speisekarte des bunten, indisch inspirierten Lokals listet: Kakao, Macawurzel, Gojibeeren, Hanfsamen, Spirulina, Bienenprodukte (hier wird die einzige Ausnahme in Sachen vegan gemacht), Kokosprodukte, Aloe vera, Acaibeere, Camu-Camu-Beere, Chlorella und Kelpalgen.

Durch Shop und Bar, vorbei an veganen Raw-Süßigkeiten wie der schönen Holler-Limetten-Supertarte mit Spirulina-Physalis-Boden, durch das Restaurant, vorbei an der gemauerten offenen Küche, in der ein junges Team um den zertifizierten Gourmet-Raw-Food-Chef Julian Kustos werkt, in den reizenden kleinen Hinterhofgarten. Riki Hinteregger „schwebt“ strahlend vorbei, schneidet ein paar Kräuter ab und ist wieder weg. Wie überhaupt alle hier ganz besonders gut drauf zu sein scheinen. Liegt’s am Essen?

Zum Aperitif „Cleopatra’s Secret“ (€ 5,–), ein Drink aus Aloe vera, Minze und Honig, der göttinnenhaftes Strahlen verspricht. Erfrischend. Auch das Kokoswasser mit Minze und Gojibeeren erfrischt, ist aber ganz schön sättigend. Der Root-Power-Salad (€ 9,–) aus Roter Rübe, Karotte, Apfel und Sauerkraut, angereichert mit Kelpalgen, ist knackig, säuerlich mariniert und gut. Überladen dafür die Curry-GuacRAWmole (€ 10,–) mit indischen Gewürzen, Datteln, jeder Menge Gojibeeren und scharfer Salsa. Wahrscheinlich gilt bei Superfoods das Prinzip „weniger ist mehr“ nicht.

Weiter mit Red-Thai-Curry (€ 15,–),
knackige Gemüse- und Pilzstreifen in einer feinen, angenehm scharfen Kokos-Lemongrass-Sauce, dazu „Duftreis“ aus Pastinake und Zedernkernen und jeder Menge Gojibeeren. Ihnen sagt man verjüngende Wirkung nach. Das Pilzrawgout mit Macadamia-Cashew-Knödeln (€ 19,–) war hübsch dekoriert, aromatisch, cremig und vor allem: sättigend. So blieb kein Platz für Desserts, verjüngende Wirkung konnte noch keine festgestellt werden.

Resümee:

Originelles Konzept, ambitioniert umgesetzt, der einzige Ort der Stadt, wo man vegan Rawköstliches plus Superfoods in geballter Ladung zu sich nehmen kann.

Dancing Shiva Superfoods

7., Neubaug. 58, tägl. 11.30–15, Di, Mi 17–19, Do, Fr 17–20, Sa 16–17 Uhr, www.dancingshiva.at


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