Geschichten aus Redbullistan

Steiermark | Besuch: Donja Noormofidi, Gerlinde Pölsler | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014


Foto: J. J. Kucek

Foto: J. J. Kucek

Das neue Wahrzeichen von Spielberg ist ein Stier, überlebensgroß thront er auf dem Red-Bull-Ring. „Unser tierischer Uhrturm“, sagt Michael Ranzmaier-Hausleitner von „Tourismus am Spielberg“, der sich im Schönberghof einen Eisbecher gönnt. Von hier aus hat man die beste Sicht auf den Ring. Das ehemalige Gasthaus gehört mittlerweile zum Reich von Dietrich Mateschitz und wurde in ein modernes Landhotel umgebaut. Aber der Dosenmilliardär hat in der Region nicht nur im großen Stil Immobilien wie Hotels und Schlösser gekauft – es scheint, als habe er die Murtaler gleich mit eingekauft.

Am Wochenende kommt nach elf Jahren der Formel-1-Zirkus nach Spielberg zurück, am Rennsonntag werden bis zu 100.000 Besucher erwartet. Im Murtal herrscht Goldgräberstimmung: Die Zimmer sind randvoll, jeder Flecken Wiese wird vermietet und bis nach Graz schmücken Red-Bull-Dosen die Schaufenster. Als neuer „Erzherzog Johann“ wird Limo-Vermarkter Mateschitz zuweilen bezeichnet. An dessen Geburtstag versammelten sich Kinder und Erwachsene in Tracht am Ring und hielten für das abwesende Geburtstagskind Schilder mit der Aufschrift „Danke, Herr Mateschitz“ in die Kameras. Die Wirtschaftskammerzeitung berichtete: „Das Murtal feierte seinen Messias.“


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