Menschen

Schweine!

Falters Zoo | I. Brodnig, G. Stöger, K. Wasner C. Wurmdobler | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

Sie heißen "Mitzi“ und "Resi“ und sind wahrscheinlich der gewagteste Aspekt der diesjährigen Fête Impériale, jenes Charity-Sommerballs, der am 27. Juni in der Spanischen Hofreitschule über die Bühne geht. "Mitzi“ und "Resi“ sind Ferkel, und sie werden die imperiale Fête eröffnen, wie Elisabeth Gürtler, Hotelchefin, Organisatorin der Veranstaltung und Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule, Anfang der Woche verriet. Kammersänger Wolfgang Bankl wird mit den Schweinen auftreten, 80 Debütantenpaare zum Radetzkymarsch tanzen, und Lisl Wagner-Bacher wird in ihrem "Pop-up-Restaurant“ Wachauer Marillenknödel anbieten, hach, das wird schön!

Vergangene Woche rätselten wir an dieser Stelle noch, wie großartig das Wiendebüt von Miley Cyrus ausfallen würde. Jetzt wissen wir es: ganz, ganz großartig war’s. Obwohl die vom Kinder- zum Popstar aufgestiegene US-Sängerin nicht ganz fit war und auch erst mit großzügiger Verspätung auf die Bühne der saunaähnlich dampfenden Stadthalle kam. Aber dafür hat sie sich eh gleich entschuldigt. Normalerweise zerlege sie ja jede Stadt, in die sie komme, sagte sie; diesmal müsse sich aber das Publikum verstärkt partytechnisch ins Zeug legen. Was folgte, war ein 100-minütiges Multimediaspektakel, bei dem das Sexpielzeug direkt neben dem Teddybären liegt, die Chefin über ihre eigene Zunge auf die Bühne gerutscht kommt, ein Auto liebkost, Geld regnen lässt, gigantische Himmelbetten und noch gigantischere Hunde auffährt, Konfettikanonen abfeuert, Feuerwerke zündet, auf einem überdimensionalen Hot Dog entschwebt - und bei alledem auch noch als Sängerin gute Figur macht. Haben wir schon erwähnt, dass Miley Cyrus großartig ist?

Großartig ist auch das Buch, das unser Autor Maik Novotny gemeinsam mit den Architekten Anna Popelka und Georg Poduschka vom Büro PPAG herausgegeben hat - über die Arbeit von PPAG. Weil die menschenfreundlichsten Architekten der Stadt auch im MQ gebaut und die Enzis erfunden haben, präsentierte man den dicken Schinken bei Walther König. Hätte das Trio noch ein paar Tage gewartet, wäre sich eine Buchpräse im Steirereck ausgegangen. Diese Woche wird im Stadtpark nämlich der Restaurant-Zubau von PPAG eröffnet.

Es kann gar nicht genug Gratis-Open-Air-Konzerte auf dem Karlsplatz geben. Vor allem, wenn so tolle Musiker wie Clara Luzia, 5/8erl in Ehr’n oder Eloui spielen. Wobei diesmal der Anlass kein erfreulicher war: Das "Fest für den Rundfunk“ ist eine Protestaktion. Es geht darum, dass FM4 und Ö1 aus dem Funkhaus ausziehen und zum Küniglberg übersiedeln müssen. Das gefällt vielen Kulturschaffenden und Radiomitarbeitern kein bisschen - weil mit dem Funkhaus auch immer die Unabhängigkeit dieser Sender von der großen Maschine namens ORF verbunden wurde. Zurück zum Fest: Das war trotz der Sorgen fein. Vor dem großen Teich spielte Eloui, die großartige Musikerin mit dem roten Lockenkopf, die eigentlich Franziska Abgottspon heißt, ein wunderbares Cover von "The Groove Is in the Heart“. Der Text wurde passend für den Anlass abgewandelt: "I couldn’t ask for another, no, I couldn’t ask for another. The groove is in the Funkhaus.“ Nuff said!

Rote Zungen dominieren am Montag das Stadtbild. Während die Nachbarn beim Public Entgleising jubeln, geigen im Prater Mick Jagger und die Seinen auf. Bis auf ein bisschen Pyro eine reduzierte Show, hier gings diesmal um die Musik. Kurz und knapp: Das hat großen Spaß gemacht. Die Stones waren super. Richtig gut. Wer nicht da war, hat etwas verpasst!


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