Film Neu im Kino

Das Schicksal ist ein mieser Verräter: Liebe mit Krebs

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

Sie ist dem Tod von der Schippe gesprungen: Obwohl sie mit 13 die Diagnose Lungenkrebs erhielt, ist Hazel Grace auch vier Jahre später noch am Leben. Dass es kein langes Leben sein wird, ist allen Beteiligten bewusst. In einer Selbsthilfegruppe lernt die junge Frau mit der Sauerstoffflasche Augustus kennen. Der schlagfertige 18-Jährige, der durch Knochenkrebs ein Bein verloren hat, weicht Hazel nicht mehr von der Seite.

Mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hat Josh Boone den gleichnamigen Jugendroman von John Green verfilmt. Wie in vielen Werken mit einer tödlichen Krankheit als Kernthema gibt es ein Ziel, das die Protagonisten verfolgen - sei es der Wunsch, das Meer zu sehen ("Knockin' on Heaven's Door"), begehrenswert zu sein ("Heute bin ich blond"), den eigenen Todeszeitpunkt zu bestimmen ("Beim Leben meiner Schwester") oder die Abarbeitung einer ganzen Wunschliste ("Wie man unsterblich wird"). Für Hazel ist es eine Begegnung mit dem Autor ihres Lieblingsbuches und damit eine Reise nach Amsterdam, die Augustus ihr ermöglichen will.

Doch überrascht die Geschichte, indem sie den erwarteten Spannungsbogen nicht einlöst. Viele kleine Höhepunkte und wechselnde Stimmungen eröffnen einen differenzierteren Zeithorizont, in dem die Charaktere hervortreten können. Wunderbar verkörpert Shailene Woodley die sensible Hazel, deren Ich-Erzählperspektive im Film mittels Voice-over transportiert wird. Der selbstbewusste Augustus (Ansel Elgort) wiederum hat mit schwarzem Humor die Lacher auf seiner Seite.

Das Ergebnis ist eine glaubhafte, fast kitschfreie Liebesgeschichte, die das Publikum einlädt, die beiden Jugendlichen emotional zu begleiten. Und das tut man trotz aller tieftraurigen Entwicklungen sehr gerne.

Bereits in den Kinos (OF im Artis)


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