Theater Tipp

Eine kühle Schönheit: "Elektra" an der Burg

Lexikon | WK | aus FALTER 25/14 vom 18.06.2014

Hugo von Hofmannsthals Drama "Elektra" (1903) ist die Fin-de-Siècle-Version einer griechischen Tragödie. Für Michael Thalheimers Inszenierung hat Bühnenbildner Olaf Altmann das gesamte Portal mit einer riesigen schwarzen Mauer zugebaut, in der ein schräger Schlitz klafft. In diesem schmalen Spalt spielt sich das ganze Drama ab. Höhepunkt des Abends ist das Zusammentreffen von Elektra (Christiane von Poelnitz) und ihrer mörderischen Mutter Klytämnestra (Catrin Striebeck); am Ende wird Elektra sie so verängstigt haben, dass sich Klytämnestra kaum noch auf den Beinen halten kann. Großartig, wie die beiden Burg-Diven das spielen. Die 75 Minuten kurze Aufführung, die diese Woche letztmals gezeigt wird, ist eine kühle Schönheit - imponierend, aber auch etwas unnahbar.

Burgtheater, Do 20.00


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