Ein Tunnel ! Und dann?

Autos unter den Schwedenplatz, Flaneure statt Motoren: Man müsste die Idee nur weiterdenken

Stadtleben | REPORTAGE: BIRGIT WITTSTOCK & CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014


Foto: Wien Museum

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Von hier oben kann man in Wiens Zukunft sehen. Zumindest mit den Augen einer Ursula Stenzel. Die schwarze Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt sitzt im Motto am Fluss über dem Donaukanal, verspeist ein Waldbeertörtchen und sinniert dabei über ihre neueste Vision: die Untertunnelung des hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkts. „Momentan ist der Schwedenplatz verschwendeter Raum“, sagt Stenzel und bohrt die Kuchengabel in ihr Törtchen. „Das Tunnelprojekt könnte ihn wieder nutzbar machen.“

Da, wo jetzt noch der Verkehr über den vierspurigen Franz-Josefs-Kai wie auf einer Stadtautobahn vorüberbraust, wo ein Dorf aus Fastfood-Kiosken steht, wo auf der wackeligen Einfriedung eines zerrupften Rasens jetzt schon viele Leute ihre Mittagspausen absitzen, wo Dutzende Touristenbusse parken, Straßenbahnen lärmend Passanten von den Gleisen scheuchen, sieht Stenzel künftig eine Stadtoase blühen. Auf rund 30.000 Quadratmetern soll sich zwischen der Salztorbrücke im Westen und der Schwedenbrücke im Osten künftig eine urbane Wohlfühllandschaft mit Rasenflächen, Bäumen, Stadtmöbeln und einer Art Uferpromenade erstrecken – so lautet zumindest der jüngste Coup der Bezirksvorsteherin. Möglich machen soll dies alles eine Untertunnelung des Platzes – eine Röhre für die Autos.


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