Im Kloster kritischer Kunst

Die Generali Foundation schließt ihre Pforten. Für eine Generation von Künstlern, Kuratoren und Kritikern war sie das Maß aller Dinge. Warum eigentlich?

WÜRDIGUNG: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Am 26. März 1995 eröffnete auf der Wiedner Hauptstraße 15 ein neuer Kunstraum. Um ihn zu betreten, musste das Publikum ein gründerzeitliches Gebäude durchqueren. Nach einem rund 20 Meter langen Gang eröffnete sich eine von allem Ornament befreite Raumfolge. Durch das Glasdach fiel mildes Licht auf den Betonboden.

Die Architekten Christian Jabornegg und András Pálffy verwandelten eine Hutfabrik des 19. Jahrhunderts in einen Tempel kritischer Kunst. Der Lärm der Maschinen wurde durch das Rattern von Diaprojektoren und die Geräusche von Videorecordern abgelöst.

Am 29. Juni schließt der Verein Generali Foundation seinen Wiener Standort und übersiedelt ins Salzburger Museum der Moderne (siehe Falter 4/2014). Das Büro, das Depot und der Studienraum bleiben noch bis Ende des Jahres geöffnet, dann geht auch dort das Licht aus. Die elf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden ab März 2015 freigestellt.

Keine andere Wiener Institution für Gegenwartskunst verfügte in den letzten zwei


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