Film Neu im Kino

Chronik der vergeudeten Hoffnungen: "Violette"

Lexikon | MO | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Nach seinem grandiosen Filmdrama über die Malerin "Séraphine" (2008) widmet sich Regisseur Martin Provost hier erneut dem Leben einer weithin unbekannt gebliebenen Künstlerin: der in ihren autobiografisch inspirierten Büchern ("Die Bastardin" et al.) wider die Tabus anschreibenden Autorin "Violette" Leduc (1907-72). Der in Kapiteln erzählte Film ist kein herkömmliches Biopic; er verzichtet auf große Ausstattung, auch weitgehend auf Musik, findet indes sein Auskommen mit ebenso kargen wie präzisen Bildern und präsentiert sich als "Chronik der Hingabe und vergeudeten Hoffnungen" (Gerhard Midding). Der privaten Tragödie dieser Violette, deren Liebe zu schwulen Männern ebenso wenig Erfüllung fand wie jene zu Simone de Beauvoir, ihrer größten Förderin, gehören nicht nur alle Sympathien, sondern auch das ganze Interesse des Films.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)


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