Ein Tanzabend im Club der einsamen Herzen

Die US-Sängerin Lana Del Rey und ihre britische Kollegin Paloma Faith suchen das Glück des Pop in dessen Vergangenheit

Feuilleton | MUSIKKRITIK: GERHARD STÖGER | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Es war einmal eine New Yorker Sängerin namens Elizabeth "Lizzy" Grant. Ein erstes Album nahm die 1986 Geborene sehr jung auf, es blieb in der Schublade liegen. Ihr eigentliches Debüt kam 2010 heraus, voll mit schwelgerischen Liedern zwischen Songwriterpop, Bar-Jazz, Trübsal und Sixties-Sehnsucht. Bemerkt hatte es kaum jemand, nach wenigen Wochen verschwand es wieder vom Markt.

Für den dritten Anlauf hatte die Sängerin die Idee ihres Lebens: Sie veränderte weniger ihre Musik -die musste ohnedies nur verfeinert werden -als vielmehr die Figur dahinter. Lizzy Grant nannte sich fortan Lana Del Rey, entwickelte eine Welteroberungsstrategie und wurde über Nacht tatsächlich zum globalen Popstar.

Es gab nur einen Schönheitsfehler: Nach der tollen Single "Video Games" und dem perfekt inszenierten Retrovideo schwächelte das mit großem Werbeaufwand lancierte Album "Born to Die" gewaltig; es wirkte unentschlossen und zerfahren. Verkauft hat es sich trotzdem millionenfach. Die Kritik wandte


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