Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Gesundheitsministerium prüft dubiose Zahlungen in der AUVA

Politik | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Seit der Falter im März über umstrittene Zahlungen der Allgemeinen Unfallversicherung (AUVA) berichtete, in der 4,7 Millionen Österreicher pflichtversichert sind, gehen dort die Wogen hoch. Kritisiert wird vor allem ein Auftrag, den die AUVA-Führung vor vier Jahren an den Lebensgefährten der AUVA-Chefin Renate Römer vergab. Römers Partner erhielt 89.000 Euro für "Beratungsleistungen zur Ausschreibung der Fach-und Kundenzeitschrift". Während Kritiker keine entsprechende Leistung für die Summe erkennen, sagt die AUVA-Chefin, ihr Lebensgefährte sei ein Experte und sein Geld wert gewesen.

Nun hat der Auftrag, der ohne Ausschreibung vergeben wurde, Konsequenzen. Das Gesundheitsministerium hat die umstrittenen Zahlungsflüsse der AUVA bereits geprüft und wird voraussichtlich Ende Juni einen Bericht vorlegen. Auch auf der personellen Ebene kommt es zu Veränderungen.

Konkret geht es um Alexander Bernart, der als Römers Vertrauensmann gilt und während der umstrittenen Auftragsvergabe innerhalb der AUVA für die Beschaffung zuständig war. Vergangene Woche berichtete der Falter über einen dubiosen E-Mail-Verkehr zwischen Bernart und Römers Lebensgefährten. Kurz nach der Auftragsvergabe stieg Bernart in die AUVA-Generaldirektion auf -mit dem Auftrag habe das nichts zu tun gehabt, heißt es aus der AUVA.

Nun wurde bekannt, dass Bernart als Direktor in die Landesstelle Wien wechseln soll. "Er will sich neuen Herausforderungen stellen und wird intensiver die zukünftigen Entwicklungen der AUVA operativ mitgestalten", sagt AUVA-Sprecher Andreas Lexer. "Man will ihn bei mir verstecken, bis Gras über die Sache gewachsen ist", entgegnet der Wiener AUVA-Vorsitzende Rudolf Silvan, der einzige SPÖnahe Leiter einer Landesstelle in der ÖVP-dominierten AUVA. Er könne sich nach den Berichten nicht mehr vorstellen, wie er mit Bernart weiter zusammenarbeiten solle. "Es ist kein Vertrauen mehr da." F


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