Rollenwechsel

Behinderte Menschen als Kunden und Computerprofis: atempo stellt gängige Vorstellungen auf den Kopf


BETRIEBSBESUCH: GERLINDE PÖLSLER
Steiermark | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014


Foto: J.J. Kucek

Foto: J.J. Kucek

Walter Reisinger erklärt seine Arbeit, „Evaluator“ ist schließlich kein Allerweltsberuf. Seine Kollegen und er fahren in Werkstätten und Wohnhäuser für Menschen mit Behinderung, um die Nutzer zu den Einrichtungen zu befragen. „Wir stellen uns vor und sagen, dass jeder selbst entscheiden kann, ob er mitmachen möchte. Wir sagen, dass wir nichts weitersagen und dass wir die Daten hinterher in den Computer eingeben und mit einem Programm auswerten.“ Ah ja, wichtig noch: „Wir fügen immer hinzu, dass wir selbst in Einrichtungen wohnen und uns gut hineinversetzen können.“ Jeder kann sich seinen Wunsch-Interviewer aussuchen. Bei Walter Reisinger stellen sich eher Männer an, ebenso wie beim Kollegen, der immer sein Fußballkapperl aufhat. Körperbehinderte Menschen freuen sich, wenn sie den Mann mit dem E-Rollstuhl sehen. Und ängstliche Leute gehen gern zu der besonders mütterlichen Evaluatorin.

Wenn Reisinger und sein Interviewpartner sich gefunden haben, packt er den Fragebogen aus, der auch Bilder enthält. Dann geht es um Themen wie: Ist ein Betreuer erreichbar, wenn ich etwas brauche, zum Beispiel etwas kochen möchte? Kann ich mein Zimmer absperren?

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