Beisl Der steirische Gourmet

Die Aussicht kann man nicht essen

Steiermark | RESTAURANTTEST: GÜNTER EICHBERGER | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Das aiola im Schloss St. Veit gebietet über eine eindrucksvolle Anlage. Im Gastgarten hat man einen Panoramablick über Graz. So weit, so gut.

Das Amuse-Gueule besteht lediglich aus Brot und Butter. Soll das originell sein -oder einfach nur sparsam? Die Tafelspitzsuppe ( € 4,20) hat dafür gleich drei Einlagen (Grießnockerln, Fleischstrudel und Frittaten) und ist kräftig und wunderbar.

Die großzügige Kernölbeigabe macht den Vogerl-Löwenzahn-Salat ( € 7,80) letschert. Die stark gebräunte Haut am trockenen Kulmer Saiblingsfilet (€ 15,80) lässt vermuten: Hier wurde etwas zu lange gewärmt.

Erfreulich die dicke Hendlbrust (€ 14,80) mit Salbei und Lardo auf cremig weißem Kukuruz. Das Kalbsbutterschnitzel ( € 14,50) ist von lockerer Konsistenz, das Püree hat leider Knopferln, die Zwiebel ist zu weich.

An der Tarte vom weißen Graumohn ( € 8,-) ist die Vanillesauce fehl am Platz. Erwin Sabathis Sauvignon schlägt pro Glas mit stolzen €4,50 zu Buche.

Resümee

Es wird nicht recht klar, welches Konzept Judith und Gerald Schwarz für dieses Lokal haben. Zur Haubenküche fehlt die Raffinesse, vielleicht auch nur der Wille. Für schnörkellose Gasthauskost sind die Preise zu hoch. F

aiola im Schloss Andritzer Reichsstraße 144,8046 Graz, Tel. 0316/89 03 35, Mi u. Do 17-1, Fr u. Sa 12-2, So 12-22 Uhr


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