Kolumne Außenpolitik

Die Kurden sind die Gewinner der Umwälzungen in Nahost

FRANZ KÖSSLER | Falter & Meinung | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Als das Osmanische Reich zerfiel, steckten Briten und Franzosen 1916 in einem Geheimabkommen ihre Interessensphären im Nahen Osten ab. Den Kurden im Irak schrieben sie eine ausgleichende Funktion in der sunnitisch-schiitischen Spaltung des Landes zu. Der Plan ging nie auf.

Mit fast hundertjähriger Verspätung fallen die Kurden jetzt aufgrund des stürmischen Vormarschs der Islamisten in die Rolle der Ordnungsmacht, die ihnen damals zugedacht war. Das Resultat kann ein ganz neues Machtgleichgewicht im Irak sein oder sogar die Entstehung eines unabhängigen kurdischen Staates.

Die Kolonialmächte zogen die Grenzen durch Völker, Religionen und wirtschaftliche Einheiten hindurch. Sie legten das Fundament für das arabische Misstrauen gegenüber Europa; die willkürliche Teilung liegt noch immer an der Wurzel der meisten Konflikte im Nahen Osten.

Das Gebiet der 30 Millionen Kurden wurde auf vier Staaten verteilt. 6,5 Millionen leben heute im irakischen Kurdistan, die anderen in der Türkei,

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