Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Im Wurstelprater rittern zwei Glücksspielkonzerne um einen Goldesel

Politik | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Alles ist in Gold getaucht, die Spiegelfassade, die Schrift, die Pharaonenstatue am Eingang. Am östlichen Rand des Wurstelpraters -gleich neben der Geisterbahn mit den Totenköpfen -spuckt das Admiral-Casino Menschen aus dem Dunkeln ins Sonnenlicht: erst fein gekleidete ältere Damen, wenig später eine unglückliche Gestalt in Trainingshosen. Panisches Geschrei dringt von den Hochschaubahnen herüber, und in der Goldfassade spiegelt sich das Riesenrad, das sich auf der anderen Seite des Wurstelpraters gemächlich dreht.

Genau neben dem Wiener Wahrzeichen will Casinos Austria ihr Casino errichten; 25 Spieltische, 40 Rouletteterminals, 330 Spielautomaten. Deshalb bewirbt sie sich um die Lizenz Nordost, die in den nächsten Tagen vergeben wird. Diese will aber auch der Glücksspielkonzern Novomatic, um ihre goldverspiegelte Admiral-Spielhölle zum Vollcasino auszubauen. Es ist ein Streit zwischen Riesen um einen zukünftigen Goldesel.


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