Meinesgleichen Presserat: Klenk hat Klimeks Privatsphäre nicht verletzt

Falter & Meinung | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Manchmal tut' s ein Selbstzitat: "Die digitale Verschärfung des Öffentlichen entsteht, weil nun lustvoll mit der Verwirrung der Begriffe 'öffentlich' und 'privat' gespielt werden kann. Social Media geben vor, eine soziale Öffentlichkeit zu schaffen. Nicht zum Wohle aller, sondern zum Wohl einzelner Medienunternehmer, die es aber verstehen, den Einzelnen eine Art Gemeinwohl-Placeboeffekt zu suggerieren.

Wenn's drauf ankommt, soll die digitale Öffentlichkeit auf einmal privat sein. Der Fotograf und Autor Manfred Klimek wurde im Falter von Florian Klenk mit dem vor dem Akademikerball geäußerten Satz zitiert, er wolle,,dass es ordentlich brennt'. Das hatte er auf Facebook für knapp 5000 ,Freunde' geäußert und wollte daraus ableiten, dass der Status ,Freund' Privatheit mit sich bringe.

Tut er natürlich nicht. Ein Kommentar zu öffentlichen Angelegenheiten bleibt nicht privat. Es sei denn, er wird geheim gehalten. Niemand hat das Recht, das Privatleben einer Person in die Öffentlichkeit zu zerren. Aber wer sich in welcher Öffentlichkeit auch immer zu öffentlichen Dingen äußert, kann dafür keine Geheimhaltung beanspruchen. Öffentlich zu onanieren sollte man sich selbst in Social Media verkneifen."

Das schrieb ich hier im Februar. Der Presserat hat nun mit weitaus höflicheren Formulierungen diese Einschätzung bestätigt und dem Kollegen Klenk attestiert, sich "medienethisch richtig verhalten" und Klimeks Privatsphäre "nicht verletzt" zu haben.

Quellen:

Seinesgleichen geschieht vom 12.2.2014

Die komplette Entscheidung des Presserats finden Sie auf www.falter.at


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