Diese Woche halten wir zu Opportunismus pur

Deutschland: Weil die sind eine Turniermannschaft

Stadtleben | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Es war klar, dass Österreichs öffentlich-rechtlicher Rundfunk nicht an Córdoba vorbeikam. Stolz zeigte er seinen Zuschauern im Zuge der Berichterstattung über die Weltmeisterschaft 2014 das Weltmeisterschaftsspiel von 1978, als Österreich nicht nur auch bei einer WM dabei war, sondern noch dazu gegen Deutschland im argentinischen Córdoba gewann.

Es gibt viele Österreicher, die mögen die Deutschen nicht. Vielleicht, weil die Deutschen im Gegensatz zu den Österreichern schon ein paar Weltmeisterschaften gewonnen haben. Oder weil ihre Spieler bei Interviews klare Sätze formulieren können, anstatt vorm Mikro herumzustammeln.

Gut, früher hatte man noch handfeste Gründe, um gegen die Deutschen zu sein. Etwa Stefan Effenberg. Oder Lothar Matthäus. Oder Oliver Kahn. Aber heute? Da spielt ein Team voller Sympathieträger. Keinen vorsichtig-kalkulierenden Fadfußball wie damals, sondern richtig herzfischend herzerfrischend. Da ist Mesut Özil, der mit seinem Schlafwagenblick die aufgewecktesten Pässe schiebt. Oder Miroslav Klose, das saltoschlagende Kopfballwunder. Oder Manuel Neuer, der leidenschaftliche Anti-Kahn-Titan.

Auch die germanophobsten Córdoba-Nostalgiker werden bestätigen: Wie sich die Deutschen gegen Ghana zurück ins Spiel kämpften, war wirklich große Klasse, nicht?! Und man darf bei allem nie vergessen: Die Deutschen sind eine Turniermannschaft.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige