Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Qcumber

Über die Befreiung der Gurke vom Salat und vom Alkohol

Stadtleben | MS | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Die crispy Gurke im Gin Tonic galt schon als kleine Revolution, vor ein paar Jahren. Sonst ist dieses Grünzeug getränketechnisch nicht sonderlich auffällig geworden. Die Fruchtsaftpresser mischten sie gerne dem Apfel oder der Roten Rübe bei, aber sonst fristet sie bis dato ein Salat-Dasein. Dank des 12-Munchie-Kuchen-Concept-Stores (Wien 18) wurde man auf eine Limonade aufmerksam, in der sie die Hauptrolle spielt: Qcumber heißt das schöne Getränk, das - nicht schwer zu erraten -aus Großbritannien kommt.

Nein, es fehlt kein Alkohol, und wenn man die Lippen an die Öffnung platziert und das aus echtem Gurkensaft erzeugte Aroma inhaliert, denkt man zwar gewohnheitsbedingt an Salat, aber das stört nicht weiter. Qcumber erfrischt ungemein. Es ist kein "near water"-Produkt, es ist kohlensäurehaltige Limonade mit gerade richtig viel Zucker drin. Und es wirkt nicht pseudo-naturalisiert, indem man es trüb oder mit Stückchen designt hat, sondern es ist so klar wie Mineralwasser. Die hübsche Glasflasche ist zwar Einweg, aber den Gurkendrink trinkt man nicht täglich und deswegen kann er auch ein wenig Präsenz für sich in Anspruch nehmen. Außerdem könnte es Inspiration für eigene Saftproduktion sein. Gurken ein paar Minuten in Mineralwasser legen reicht allerdings nicht.

Das Küchenexperiment ist hier gefragt: Zucker in Wasser auflösen, Gurken dazugeben, nach zwei Tagen Gurken herausnehmen, aufkochen, mit Zitronensäure abschmecken und in Flaschen füllen. Mit Soda aufspritzen.


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