Sommerstart mit Inselfest

Das 31. Donauinselfest bringt Konzerte von Cro bis Bilderbuch - hoffentlich bei Schönwetter

Lexikon | VORSCHAU: LISA KISS | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014


Abbildung: Donauinselfest

Abbildung: Donauinselfest

Musikauswahl gut und schön, das Wichtigste beim Donauinselfest ist aber immer noch die Wettervorhersage. Erfahrungsgemäß ist die zweite Hälfte des Junis eher sommerlich warm und vor allem trocken. Weshalb das große Fest für die Wiener auch stets für diesen Monat geplant ist. Eine Ausnahme war nur das Jahr 2008, als die Fußball-Europameisterschaft auch in Wien ausgetragen wurde. Und die Wiener SPÖ habe einen guten Draht zu Petrus, meinte Bürgermeister Michael Häupl bei der Pressekonferenz zum Feste.

Das stimmt aber nur fast. So trotzten die Fans von Falco 1993 etwa einem heftigen Gewittersturm, als ein Blitzschlag die Soundanlage außer Gefecht setzte. Nach wenigen Augenblicken konnte die Nummer zwar zu Ende gespielt werden, danach aber war nichts mehr zu machen, das Konzert musste abgebrochen werden.

Etwa 15.000 Besucher erwartete man 1983 bei dem vom damaligen Floridsdorfer Bezirksrat Harry Kopietz organisierten kulturellen Frühjahrsfest für einen gerade fertiggestellten Teil der neuen Donauinsel. Die Wiener Version der Neuen Deutschen Welle schwappte mit Minisex und Tom Pettings Hertzattacken auf die Bühne und spülte letztlich 160.000 Fans zum Fest. Kopietz und hunderte andere Freiwillige waren auf der Insel ohne Strom, Infrastruktur und Toiletten verzweifelt damit beschäftigt, hungrige und durstige Gäste bei Laune zu halten.

„Wir sind in der ganzen Stadt herumgefahren, haben überall Würstel, Bier und Wasser zusammengekauft“, erzählte der Festerfinder 2003 zum 20. Geburtstag im Falter. Und weiter: „Wir hatten beim ersten Mal ganz auf die Reinigung danach vergessen. Ich habe dann in der Nacht 250 Leute aus den Sektionen geholt und wir haben von vier Uhr in der Früh bis zehn Uhr vormittags alles sauber gemacht – händisch.“ Heute ist das Donauinselfest eine straff organisierte dreitägige Großveranstaltung, die Jahr für Jahr regelrecht gestürmt wird: bis zu eine Million Besucher tummeln sich dann pro Tag auf der Insel.

Zwischen Floridsdorfer und Reichbrücke präsentieren sich auf insgesamt 19 Bühnen die unterschiedlichsten Organisationen und Musikrichtungen. Für Familien mit Kindern eignet sich etwa die Kinderfreunde-Insel ganz ausgezeichnet. Das Spielezelt, der Kletterturm, Ringelspiel und Trampolinspringen, Puppentheater mit Kasperl & Co. sowie die Shows mit Robert Steiner (Fr), Kinderliedermacher Bernhard Fibich (Sa) und dem englischsprachigen Duo Danny & Gerry (So) lassen keine Langeweile aufkommen.

Auf der „Sicherheitsinsel“ zeigen die „Blaulichtorganisationen“ – Feuerwehr, Rettung und Polizei – mit Einsatzvorführungen, was sie im Ernstfall zu leisten imstande sind, und präsentieren in einer Ausstellung ihre Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände. Besonderen Andrang wird es wohl bei der Hundevorführung geben (Sa und So, 14.00).

Sportbegeisterte Inselbesucherinnen und -besucher können bei der WAT-Insel neue Sportarten ausprobieren und einmal einen Football oder Baseball werfen. Kletterwand, Beachball und das Finale der Wiener Käfigmeisterschaften sind sowieso jedes Jahr fix dabei.

Kabarettistische Unterhaltung bietet die Ö1-Kulturinsel mit Auftritten von Andreas Vitásek bis Viktor Gernot und von Christof Spörk bis Klaus Eckel. Musik gibt es hier natürlich auch, sie kommt unter anderem von Hans Theessink, HMBC, Familie Lässig und Ernst Molden

Überhaupt, Musik: Auf ihr liegt auch heuer wieder das Hauptaugenmerk des Donauinselfestes. Das Angebot ist stilistisch wie immer breit gefächert. Während auf der Radio-FM4-Insel am Freitag mit KRS-One eine Legende des US-Hip-Hop der Headliner ist, wird auf der großen Festinsel der gefällige irische Singer/Songwriter Rea Garvey zu hören sein.

Das samstägliche Highlight der Eutopia-DJ-Bühne wird der Auftritt von I-Wolf sein, der das Projekt The Bombastic Superfreaky Soundsystem präsentiert. Die US-Soulpop-Sängerin Macy Gray spielt auf der Festinsel, gleich nach Count Basic und den Commodores. „Party! Party“ heißt es beim DJ-Set des deutschen Elektro-Duos Digitalism auf der FM4 Bühne.

Die derzeit angesagteste Ö-Band, Bilderbuch, lädt mit ihrem Hit „Machin“ am Sonntag zwischen Everlast und Kosheen auf der FM4-Bühne zum Mitsingen ein. Den großen Hitreigen beschließt der deutsche Pandamasken-Rapper Cro auf der Festinsel.

Für die An- und Abreise zur und von der Donauinsel empfiehlt sich die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, die verstärkt eingesetzt werden. Und die Wettervorhersage für das kommende Wochenende? Die schaut bestens aus.

31. Donauinselfest, Fr bis So

Information: www.donauinselfest.at


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