Stadtrand Urbanismuskolumne

In Wien stürzt nichts aus Liebe ein

Stadtleben | aus FALTER 26/14 vom 25.06.2014

Man muss Wien einfach lieben. Und dazu muss man Wiens grantelnde Bevölkerung nicht zwangsläufig charmant finden. Man muss noch nicht einmal jene Unverschämtheiten verstehen, die sie hinterlistig "Schmäh" nennen. Wien ist einfach so liebenswert. Im Sommer. Am Sonntag. Wenn man einen Ausflug macht. Oder wenn man, wie der geschätzte Kollege N. unlängst, vom Rad fällt und einem Fremde Pflaster anbieten. Aber deswegen stürzt in Wien noch lange nichts aus Liebe ein. Unlängst machte die Meldung die Runde, dass eine Pariser Brücke, die von Liebenden aus symbolischen Gründen mit Vorhängeschlössern behängt wird, jetzt wegen des Gewichtes einzustürzen droht. So etwas kann uns in Wien nicht passieren. Unter anderem deshalb, weil es nicht die eine Brücke gibt, an der Liebespaare traditionell Vorhängeschlösser befestigen. Eine kleine Umfrage via Twitter ergab: An manchen Wiener Brücken hängen Schlösser, an manchen keine. Die Liebe, so scheint es, ist in dieser Stadt gleichmäßig verteilt. Das stellt sie auf ein sicheres Fundament. Ach, Wien, du liebenswerte Stadt!


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