Film Neu im Kino

Zurück in die Pubertät: "Große Jungs"

Lexikon | SABINA ZEITHAMMER | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

Zunächst hat Anthony Marcianos Debütfilm noch eine Anmutung des Tragikomödienerfolgs "Ziemlich beste Freunde": Mit verspielt-rüder Schlagfertigkeit schenken sich die Figuren in der temporeich einsetzenden Komödie "Große Jungs" nichts. Thomas, wenig erfolgreicher Musiker, und Karrierefrau Lola werden ein Paar. Nach einem Beziehungsbeginn im Schnelldurchlauf folgt schon die Verlobung, ein Besuch bei Lolas Eltern steht an. Besorgt stellt Lola fest, dass ihr Vater Gilbert zu einem verbitterten Couch-Potato mit Midlife-Crisis geworden ist. Ein Supermarktbesuch lässt Schwiegervater und -sohn in spe Buddies werden, die Clubs besuchen und Thomas' Traum von der Popkarriere forcieren. Unter Gilberts Einfluss wandelt sich dieser mehr und mehr zum Eheverweigerer.

Mit fein geschnitzten Gefühlen hält "Große Jungs" sich nicht auf: Für das französische Kino selten oberflächlich gezeichnete, aller komödienfernen Emotionen entledigte Figuren schlagen holzhammermethodenhafte Haken. So bleibt von der anfänglichen Anmutung wenig übrig: Halblustig dümpelt "Große Jungs" in seichtesten Durchschnittskomödiengewässern. Ach ja: mit Iggy Pop.

Ab Fr in den Kinos


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