Die Ärzte im Blick

Schlampige Diagnosen, mangelnde Hygiene, schlecht ausgestattete Privatspitäler: Die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz stellt ihren neuen Jahresbericht vor

Politik | VISITE: RUTH EISENREICH | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014


Foto: Unique Public Relations GmbH/APA-Fotoservice/Rastegar

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Zum Beispiel Herr W., Aktenzeichen WPPA 219438/13. An einem Dienstagmittag im Februar 2013 bringt ihn die Rettung in die Notaufnahme eines Wiener Spitals. Er hat sich zu Hause auf zwei aufeinandergestapelte Sessel gestellt, ist heruntergefallen und hat nun Schmerzen im Bauch, im Arm, in der Schulter. Der Arzt stellt fest: Das linke Schulterblatt ist gebrochen.

Dass beim Sturz außerdem Herrn W.s Milz gerissen ist, bemerkt niemand. Nicht im ersten Spital, nicht im zweiten, in das Herr W. am selben Abend wegen anhaltender Schmerzen und starker Übelkeit fährt, und zunächst auch nicht im dritten, in dem er spätnachts auftaucht. Erst am nächsten Morgen um sieben Uhr wird bei Herrn W. ein Ultraschall gemacht, der Milzriss entdeckt, eine Notoperation eingeleitet. „Er war am Rande des Todes“, sagt Sigrid Pilz. Sie ist die Patientenanwältin der Stadt Wien.


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