Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wien-Wahl: politische Debatte statt Turbofolk im serbischen Lokal

Politik | RUTH EISENREICH | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

Normalerweise tanzen hier gestylte Mädchen und Burschen zu Turbofolk, vergangenen Donnerstag ging es im Ottakringer Café Laby ernster zu. Das serbischsprachige News-Portal Kurir hat zu einer Podiumsdiskussion geladen: "Ein Jahr vor der Wiener Wahl - Wie gehen die Parteien mit serbischem Wählerpotenzial um?"

Auf den Barhockern auf der Tanzfläche sitzen die Wiener Klubobmänner von SPÖ, ÖVP und Grünen sowie Neos-Landeschefin Beate Meinl-Reisinger; nur FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus hat kurzfristig abgesagt und wird durch den Gemeinderat Gerald Ebinger vertreten (Gudenus halte eine Rede in der Duma, erklärt Ebinger).

Alle Parteienvertreter halten eigene Wahlprogramme für die 83.000 in Serbien geborenen Wiener für nicht sinnvoll, eine angemessene Vertretung von Migranten in der Politik hingegen für notwendig; uneinig sind sie in der Frage, wie Letzteres zu erreichen sei.

Als Ebinger versucht, "zum mitteleuropäischen Kulturkreis gehörende" Serben gegen Türken auszuspielen, wird Meinl-Reisinger laut und erntet den einzigen Zwischenapplaus der Debatte. Und zwischendurch merkt man an den Sticheleien von Rot und Grün gegen die Neos ("Wasserprivatisierung","Lohndumping"), dass der Wahlkampf schon begonnen hat.


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