Diese Woche halten wir zu Opportunismus pur

Costa Rica: Niemand kämpft so tapfer wie sie

Stadtleben | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

Vor der WM hätte man mit dem Tipp "Costa Rica wird Weltmeister" reich werden können, und weil der Tipp so absurd war, dass man mit ihm hätte reich werden können, hat vor Beginn der Weltmeisterschaft vermutlich kein Erdenbürger auf Costa Rica gesetzt.

Nicht zuletzt auch deshalb nicht, weil sich die Ticos, wie die unbändigen Costa Ricaner genannt werden, in einer Gruppe mit den drei ehemaligen Weltmeistern England, Italien und Uruguay wiederfanden. Also -um es ein bisschen martialisch auszudrücken -als Kanonenfutter.

Jetzt haben die Ticos das Viertelfinale erreicht, befinden sich somit unter den besten acht Teams der Welt. Und das bei gerade einmal rund vier Millionen Einwohnern -und einer überschaubaren Anzahl von Stars in der Mannschaft.

Wer die Spiele gegen Uruguay (Sieg), Italien (Sieg) und England (Remis) gesehen hat, hätte es schon vorher ahnen können. Höchste Zeit, dass sich das Falter-Fähnlein nach dem richtigen Wind dreht: Wir halten jetzt zu Costa Rica, dem Sieger der Gruppe D und der Überraschung der Weltmeisterschaft. Allein schon deshalb, weil sie gegen die Griechen im Achtelfinale heldenhaft eine Stunde lang in Unterzahl spielten -und dann trotz Krämpfen und Lungeninfarkten das Elferschießen gewannen.

Resümee: Costa Rica ist vielleicht ein Staat ohne Militär. Aber niemand kämpft so irre wie die Ticos.


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