Jazz Fest Wien Tipp

Die Pet Shop Boys machen die Oper zur Diskothek

Lexikon | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

Neil Tennant, der als britischer Musikjournalist einst kurzerhand die Seiten wechselte und selbst zum Star wurde, war bereits 27 Jahre alt, als er 1981 mit Chris Lowe das Synthiepopduo Pet Shop Boys gründete. Also kein ganz junger Hupfer mehr. Am 10. Juli feiert Tennant seinen 60. Geburtstag; Kollege Lowe ist Jahrgang 1959, hat diesbezüglich also noch ein wenig Luft. Das würdige Alterswerk ist aber natürlich längst schon Thema bei den Pet Shop Boys, die einst mit Hits wie "West End Girls","It's a Sin" oder dem Village-People-Cover "Go West" die Charts regierten, um später zu kunstsinnigen Ästheten des Elektropop zu werden und nebenbei auch allerlei Schabernack zwischen Musical, Ballettmusik und Stummfilmvertonung zu treiben. Mit dem 2013 erschienenen aktuellen Album "Electric" geben sie eine bemerkenswerte Antwort auf die Frage, wie man als Synthiepopper würdevoll altert: "Man lässt es noch einmal ordentlich krachen!" lautet sie; Schlaumeiertum der Marke "Love Is a Bourgeois Construct" inklusive. Wie die Pet Shop Boys es hinbekommen, die Staatsoper im Rahmen des Jazz Fest Wien in eine Diskothek zu verwandeln, dürfte durchaus interessant zu beobachten sein. GS Staatsoper, Fr 19.30


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