Kommentar Hymnen-Debatte

Gabalier und Wurst. Stadt gegen Land. Frau gegen Mann

Falter & Meinung | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

Der "Volks-Rock-'n'-Roller" An dreas Gabalier und die Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst: Sie repräsentieren zwei Seiten der österreichischen Gesellschaft. Der geschlossene Stammtisch gegen eine offene Gesellschaft. Der Mut zu Neuem gegen das Besingen vermeintlich alter Werte.

Vielleicht ist diese Provinzposse rund um die falsch gesungene, weil töchterlose Bundeshymne auch deshalb so explodiert, weil mehr hinter der Frage steht, als ob es nun einen Rechtsbruch darstellt, wenn einer die Hymne mit dem falschen Text singt, wie die ehemalige Frauenministerin Maria Rauch-Kallat keck behauptet hat.

Ein Rechtsbruch ist es natürlich nicht. Gabalier kann als Privatmann auf einer Formel-1-Strecke die Hymne singen, wie er will: à la Jimi Hendrix oder auch mit Bart und Perücke. Man nennt das künstlerische Freiheit, und es ist sein Menschenrecht. Der eine verschüttet Blut, der andere Ressentiment. Das muss Österreich aushalten, auch die Grünen.

Es geht auch gar nicht um die Hymne. Es geht um


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