Das Leben ist ein Theater, der Garten ein Prospekt

Seinen letzten Spielfilm "Aimer, boire et chanter" hat Alain Resnais wieder nach einem Stück von Alan Ayckbourn gedreht

FILMKRITIK: MICHAEL OMASTA | Feuilleton | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

George hat nur noch wenige Monate zu leben. Colin, sein Hausarzt, verplappert sich, Kathryn, dessen Frau, die früher mit George liiert war, informiert Jack und Tamara, ein befreundetes Ehepaar, und auch Monica, Georges Gattin, die inzwischen mit Simeon lebt, erfährt bald die schlechte Neuigkeit.

Was diese Handvoll Charaktere miteinander verbindet, ist nicht nur ihre Bekanntschaft mit George Riley, dem Titelhelden von Alan Ayckbourns Bühnenvorlage "Life of Riley", sondern zudem ihre Mitgliedschaft in einer Amateurspielgruppe, die gerade ein Theaterstück probt. Doch im Film bekommt man von George so wenig zu sehen wie von dem Stück im Stück, nämlich nichts.

Der letzte Film des im Frühjahr verstorbenen Alain Resnais kreist, wie so viele seiner Arbeiten davor, um eine Fiktion. Von jeher führten die formalen Versuchsanordnungen und narrativen Tunnelsysteme dieser Kinoabenteuer ins Ungewisse. Dafür findet sich in "Aimer, boire et chanter" ein verblüffendes (auch verblüffend komisches)

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