Am Apparat Telefonkolumne

Frau Brauner, warum kosten Ihre Vorträge so viel Geld?

Politik | INTERVIEW: INGRID BRODNIG | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) erklärt den Wienern an der Volkshochschule das städtische Budget: Die achtteilige Veranstaltungsreihe kostet bis zu 230.000 Euro, wie die Krone berichtete. Warum?

Guten Tag, Frau Stadträtin Brauner. Wir möchten mit Ihnen über die Veranstaltungsreihe "Wien 1x1" sprechen.

Hallöchen! Bitte, schießen Sie los.

Warum kosten Ihre Vorträge über das Wiener Budget bis zu 230.000 Euro?

Das ist nicht nur eine Vortragsreihe, sondern eine Informationskampagne: Wir machen eine Webseite, wo Menschen Fragen stellen können und diese auch beantwortet werden. Wir bringen eine Broschüre heraus, von der 13.000 Stück aufliegen. Das Ganze muss auch beworben werden, damit die Leute wissen, dass es das gibt.

Aber 230.000 Euro sind echt viel Geld.

Erstens sind es nicht 230.000 Euro: Das ist die Obergrenze. Derzeit kostet es 150.000 Euro. Aber stimmt: Auch 150.000 Euro sind viel Geld. Jeder, der größere Events macht, weiß, was so etwas kostet. Wir zahlen die marktüblichen Preise und haben alles auf unserer Webseite transparent gemacht.

Warum haben Sie dafür eine Agentur beschäft igt? Könnte das nicht einfach Ihr Büro oder die Stadt Wien planen?

Die Stadt Wien ist keine Event-Agentur. Mein Büro verantwortet ein Budget von 12,5 Milliarden Euro und beschäftigt sich mit inhaltlichen Aufgaben. Wir haben kein Personal für so etwas. Ich glaube auch nicht, dass man einen Konzernchef mit so einem Riesenbudget fragen würde, warum eine Kampagne um 150.000 Euro nicht von seinem Büro umgesetzt wird.

Nur ist der ja nicht gewählt, Sie schon.

Ja, und weil ich gewählt bin, lege ich alles offen. Ich gehe zu den Menschen und sage: Liebe Leitln, das ist euer Geld, Folgendes machen wir damit, und so wird's kontrolliert. Genau dafür ist die Veranstaltungsreihe da: Ich stehe den Leuten Rede und Antwort.


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