Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Nixe Radler

Über ein unkorrektes Bier, das schmeckt und nicht dick macht

Stadtleben | MS | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

Das Nixe-Bier-Sixpack stand eine Zeitlang in den Regalen des Stadtleben-Ressorts und hat dabei kaum Aufsehen erregt. Erst nachdem es nach Hause transportiert und im Kühlschrank platziert wurde, stieg kontinuierlich das Interesse am Produkt. Um ein paar Mythen des Alltags frei nach Roland Barthes einzustreuen, lag es wohl - bei näherer Betrachtung des Etiketts -an der zeitlos wirkenden Grafik, am Namen, der düster romantische Fantasien weckt. Und am sogenannten punctum, dem Marker, an dem die Neugier, die Verwunderung, die Attraktion festgemacht werden kann: der "sizilianischen Zitrone".

Wer die Erwähnung der sizilianischen Zitrone auf die Front seines Produktes hebt, der ist sichtlich stolz auf eine gewisse Authentizität. Das wirkt zwar einigermaßen aufgeblasen, aber es funktioniert.

Und der Gaumen wurde nicht enttäuscht. Der Russe würde sie Limonade nennen: eine sehr schön abgemischte, bitter nach Zitrone und leicht nach Hopfen schmeckende alkoholhältige (2,4 Prozent) Erfrischungsmixtur, die, wenn man sich die Bilder der Website zu Gemüte führt, Frauen zum kalorienbewussten Biertrinken animieren soll. Das ist zwar furchtbar unkorrekt, aber es schmeckt. Gesüßt wurde mild, und zwar mit der heimischen Zuckerrübe. Nixe ist übrigens ein Start-up-Unternehmen, das innerhalb kurzer Zeit mittels Crowd-Funding ausfinanziert wurde. Eine Bier-Innovation, die auf altbekannte Strategien setzt, und dabei etwas entwickeln konnte, das den Biermarkt um einen interessanten Geschmack erweitert.


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