POLITISCHES BUCH

Klatsch und Tratsch aus dem Zentrum der Macht

In "Der Kreml" erzählt die britische Historikerin Catherine Merridale die Moskauer Herrschafts-, Kultur-und Stadtgeschichte

Politik | REZENSION: ERICH KLEIN | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

Wem zu Russland nicht mehr einfällt als die Namen Putin und Pussy Riot, dem hilft nun die britische Historikerin Catherine Merridale, die sich schon mit den Büchern "Steinerne Nächte. Leiden und Sterben in Russland"(2001) und "Iwans Krieg. Die Rote Armee 1939-1945" (2006) als profunde Russlandkennerin ausgewiesen hat.

Im Gegensatz zum Originaltitel "Red Fortress. The Secret Heart of Russia's History" ist der deutsche Titel ihres neuen Buchs ("Der Kreml. Eine neue Geschichte Russlands") allerdings ein wenig irreführend. Der 600-seitige Essay bietet keine neue Geschichte des noch immer größten Landes der Erde, sondern eine souveräne Kompilation aus Moskauer Herrschafts-, Kultur-und Stadtgeschichte, Archäologie und Kreml-Klatsch; trocken werden neue Archivfunde berichtet, auf markige Kreml-Zitate wird nicht vergessen.

Etwa jenes des französischen Reisenden Astolphe de Custine aus dem Jahr 1839: "Der Kreml ist die Hinterlassenschaft der Fabelzeit, wo die Lüge unumschränkte Königin


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