Die Klagemauer von 9/11

New York hat eine neue Attraktion: Das umstrittene 9/11 Memorial Museum rührt die Besucher zu Tränen

Feuilleton | RUNDGANG: NICOLE SCHEYERER / NEW YORK | aus FALTER 27/14 vom 02.07.2014

Wo einst die Türme standen, rauscht jetzt das Wasser. Das Tosen der Wasserfälle des 9/11 Memorials übertönt sogar die New Yorker Rushhour. Der umliegende Eichenpark spendet den mit Rucksäcken und Kaffeebechern anrückenden Touristen Schatten. Für Abstand zu den gigantischen Wasserbecken sorgen Kupferplatten mit den eingefrästen Namen der 2983 Opfer, die am 11. September 2001 im World Trade Center, im Pentagon und in den entführten Flugzeugen umkamen.

Um acht Uhr früh wartet bereits eine Menschenschlange auf Einlass in das neue Museum, das Präsident Obama Mitte Mai eröffnet hat. Über 300.000 Besucher wurden seither durch den Bodyscanner geschleust. Vor dem Museum machen Touristen Selfies, denn die Glaswände lassen das Rostrot einiger Stahlträger erkennen, die den Kollaps überstanden haben. Nur die Kordonreihen mit der Aufschrift "9/11 Families, 9/11 Rescue &Recovery Workers" bleiben leer.

"Reicht eine Stunde, um alles zu sehen?", möchte eine Journalistin wissen. "Zumindest


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige