Vor 20 Jahren im Falter Wie wir wurden, was wir waren

Tod am Pool

Falter & Meinung | AT | aus FALTER 28/14 vom 09.07.2014

Es war nicht untypisch für den frühmittleren Falter, mit dem wir es hier zu tun haben. "Tod am Pool?", fragte die Aufmachergeschichte des Stadtlebens und lieferte ausreichende Antworten zur Unterdrückung allfälliger Lebensfreude. Carolin Giermindl und Bernhard Odehnal gingen systematisch vor und unterteilten die Gefahren in Wasser, Land Luft und Lebensmittel. Im Wasser drohen Algen (nicht gefährlich, aber ekelhaft), Colibakterien (kommen nicht vor, aber letztes Jahr musste in Hirschstetten ein Teich gesperrt werden), Wasservögel (können Parasiten übertragen - dabei war die Vogelgrippe noch nicht bekannt), Wasserpflanzen (biologisch begrüßenswert, aber lästig).

Zu Lande hat man mit Fußpilz zu rechnen ("selbst auf der Wiese ist man nicht sicher") und mit Zecken (nur ein bis zwei Prozent Todesfälle).

In der Luft wiederum drohen Ozon ("die Vorwarnstufe wurde heuer bereits an vier Tagen erreicht") und Sonne ("je heller der Hauttyp, desto höher das Krebsrisiko") - dabei war das Ozonloch zwar schon da, aber noch nicht als Gefahr identifiziert. Dafür sollte man sich im Sommer, versichterten die Autoren, vermehrt vor Essen fürchten, das man auch im Bad zu sich nimmt. Salmonellen und Schimmelpilze verbreiten sich in der Hitze besonders gut.

Da blieb man doch besser zu Hause und las im Schatten Falter. Zum Beispiel eine Abrechnung von Doris Knecht mit der Generation X, die vor einigen Wochen im Blatt noch gefeiert worden war. Nun wurde sie als "Generation Jammerlappen" in den Senkel gestellt. Dylanologe Rainer Vesely porträtierte den Sänger anlässlich eines seiner Wien-Konzerte. Veselys Resümee war kurz und knackig: "Er ist der beste Dylan, den wir je hatten."

Nicht ohne historischen Reiz ist ein Interview, das Thomas Seifert und Bernhard Odehnal mit Nationalratspräsident Heinz Fischer führten. Thema: das Amt des Bundespräsidenten und wie man mit dem chinesischen Staatspräsidenten umgehen solle. Man könnte es mutatis mutandis heute genauso drucken.


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